Reisebericht Piemont – März 2016

Piemont März 2016 – Viele Wanderkilometer, viel Schnee, viel Fleisch, viel zu tun

Hier könnte nun einer unserer üblichen Reiseberichte folgen, der den italophilen Leser abenteuer- und pastahungrig zurücklässt, ungläubig zweifelnd daran wie Menschen die so viel Negroni und piemontesischen Rotwein trinken in der Lage sein können sich derartig aktiv und vielseitig zu betätigen und nebenbei auch noch ein Landhaus in ein Ferienparadies zu verwandeln. Den Rotwein/Negroni-Teil sparen wir diesmal aus, größtenteils zumindest, und fokussieren uns auf einige Tipps zu fantastischen Wandertouren und Restaurantneuentdeckungen, garniert mit ein paar hübschen Fotos – zum Appetitanregen sozusagen. Das Drumherum kann der geneigte Leser und Urlauber dann ja am besten selber erleben.

Wandertouren Piemont und Ligurien März 2016

Folgende Wandertouren haben wir im März 2016 unternommen und können auch uneingeschränkt weiterempfohlen werden. Zu beachten sind jedoch die teils nicht unerheblichen Schwierigkeitsgrade sowie die zu dieser Jahreszeit evtl. vorherrschenden Witterungsbedingungen, welche eine gemütlich Wanderung durchaus schnell mal zu einer ausgewachsenen Bergtour werden lassen können.

Wanderung in der Weinregion Barolo

All denen, die mäßig anspruchsvolle Wanderungen in pittoresker Umgebung inklusive Möglichkeiten der Einkehr zu schätzen wissen, seien von-Ort-zu-Ort Wanderungen im Barolo-Gebiet ans Herz gelegt. Wir entschieden uns dieses Mal für den Rundkurs Monforte d’Alba – Castellione Falletto – Serralunga d’Alba – Monforte d’Alba. Die Gesamtdistanz beträgt ca. 20 Kilometer, welche sich durch das mäßig anspruchsvolle Terrain und die in den Ortschaften gegebenen Möglichkeiten sich zu stärken auch für Wandersport-Novizen gut zu bewältigen sind. Von dieser Art Rundweg lassen sich im Barolo zahlreiche Alternativen erwandern. Die Planung dieser Routen kann einfach über Google Maps oder mittels der auch am Haus vorhandenen Wanderkarten erfolgen, so kann man die ungefähre Distanz ermitteln. Vor Ort parkt man am besten im Ortskern und folgt der Straßenbeschilderung in Richtung des nächstens Ziels. Bald stößt man dann in der Regel auf die rot-weißen Pfeilschilder, welche die Wanderwege auszeichnen. Folgen Sie diesen und lassen Sie sich durch die teilweise widersprüchlichen Entfernungsangaben nicht irritieren – Sie werden sicher ans gewünschte Ziel kommen und viel Spass dabei haben!

Wanderung auf dem ligurischen Höhenwanderweg, der Alta Via dei Monti Liguri (AVML)

Der Entstehung des Wunsches einen Teilabschnitt des ligurischen Höhenwanderweges zu bestreiten, folgte eine intensive Recherche nach einem geeigneten Rundkurs, welcher uns eine Tagestour auf dem AVML mit Rückkehr zum Ausgangspunkt ermöglicht. Fündig sind wir schließlich in der Beschreibung des AVML-Abschnittes Beigua geworden, welche wir auf Anfrage gern an Sie weiterleiten. Ausgangsort ist das auf 390m gelegene Dorf Sassello (Autobahn 6 Richtung Savona, Ausfahrt Altare). Von dort geht es relativ zügig hoch auf 1001m zum Colle del Giancardo, wo der AVML beginnt. Diesem folgt man bis zum Colle del Giovo, wo es wieder zurück auf den Regionalen Wanderweg und über den Passo Salmaceto, entlang des Naturparkes Beigua zum Ausgangspunkt in Sassello geht. Hätten wir nicht mit Tiefschnee, dichtem Nebel, Minusgraden und schlecht gelaunten Wildschweinen zu kämpfen gehabt (mit letzteren glücklicherweise nicht wortwörtlich!), wäre es sicherlich ein prima Ausflug mit anständigem Schwierigkeitsgrad gewesen. Unter den gegebenen Umständen fühlten sich die 24km, welche wir komplett in Schneeschuhen zurücklegen mussten, eher nach einem regelrechten Gewaltmarsch an. Fazit: Sehr zu empfehlen, jedoch nicht im Winter. An geeignete Mittel zur Wildschweinabwehr denken!

Schneetour im Valle Varaita

Auf der Suche nach einer anständigen Herausforderung in Bezug auf Steigung und Höhenmeter, gepaart mit einem außergewöhnlichen Naturerlebnis entschieden wir uns für eine Alpintour im Valle Varaita, ein Tal der Cottischen Alpen gelegen zwischen dem Valle Maira und dem Valle Po. Aufgrund der geographischen Eigenheiten von Bergtälern ist es erfahrungsgemäß schwierig Rundwandertouren zu planen, zumindest solche, die sich an einem Tag bewältigen lassen. Dennoch fündig geworden sind wir auf dem Portal Cuneo Trekking (https://cuneotrekking.com/), hier fanden wir eine Route die uns zum Punta Rascciassa auf 2.664m und zurück zum Ausgangspunkt auf 1.741m am Colletto di Sopra führen sollte, insgesamt 11km. Ohne meterhohen Schnee und mit freien Straßen sicherlich eine machbare Herausforderung, aufgrund der Schneelage und Straßenverhältnisse im März ist die Tour etwas kürzer, dafür aber wesentlich intensiver ausgefallen. In jedem Fall eine faszinierende Gegend mit atemberaubendem Ausblick und außerirdischer Stille.

Aktuelle Restauranttipps Südpiemont

Dieses Mal wagten wir uns in die Heimat des Bollito Misto, ins Nachbardorf Carrù. Definitiv nichts für Vegetarier, aber für solche die eine vollständige Verwertung von Schlachttieren befürworten und auch gern mal etwas Exotischeres als Sirloin essen in jedem Fall ein Erlebnis. Bollito Misto besteht aus verschiedensten Fleischteilen und Würsten und wird in Carrù traditionell mit einer Auswahl hausgemachter Soßen serviert. Serviert wird das Gericht vom Servierwagen aus, von dem sich der Gast die gewünschten Zutaten selbst zusammenstellen kann – ein wirklich außergewöhnliches kulinarisches Erlebnis.
In diesem Zusammenhang besuchten wir die beiden folgenden Adressen, welche gleichermaßen überzeugen konnten:

An dieser Stellte schon oft erwähnt und das aus gutem Grunde: Die Trattoria Marsupino in Briaglia. Küche, Weinauswahl, Service, Atmosphäre – immer wieder ein wunderbares Erlebnis! Dieses Mal hat uns insbesondere das Schoko-Dessert angenehm sprachlos zurückgelassen.

Die Weinempfehlungen der Tour

Selbstverständlich haben wir auch auf dieser Tour den einen oder anderen Tropfen aus der Region verköstigt.
In besonders guter Erinnerung sind uns die folgenden zwei Kracher geblieben.

  • Barolo Mario Marengo „Bricco delle Viole“ Jahrgang 2011
  • Barbaresco Bruno Rocca „Rabaja“ Jahrgang 2010

Was gibt’s wo in Mondovi und Umgebung

  • Rossosport – Lesegno – Auf dem Weg nach Ceva, direkt hinter dem Kreisel unter der Autobahn. Eine klasse Adresse für Ski- und Wander-, Camping- und Mountainbike-Ausrüstung. Hier bekommt man wirklich alles was man für einen Aufenthalt in den Bergen braucht. Zusätzlich wird Skiservice angeboten und das eine oder andere Ausrüstungsteil lässt sich hier bestimmt auch leihen.
  • Enoteca Vinimondo – Mondovi – Alles was das Herz begehrt wenn es um vergorenen Traubensaft geht. Eine wahrlich gigantische Auswahl an piemonteser Weinen und feinster Stoff aus dem Rest Italiens. Die fünfzehnminütige Fahrt nach Mondovi lohnt in jedem Fall, bevor man sich mit dem Supermarktfusel begnügt.

Und was ist am Haus sonst noch passiert?

  • Die neue Ferienwohnung im Hausteil 2 ist weiter möbliert und mit Gardienen ausgestattet worden. Die Einbauküche ist auf dem Weg und die Bestellung für die neuen Gartenmöbel ist gerade raus. Wir freuen uns auf unsere ersten Gäste im Juli!
  • Wir haben einige neue Obstbäume gepflanzt und die neue Hausumfriedung mit Rasen besät.
  • Die Holzterrasse hat eine frische Ölung erhalten.
  • Und natürlich noch ganz viel mehr um unseren Gästen in der kommenden Saison eine wunderschöne Urlaubsumgebung zu bieten!

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