Reisebericht Piemont – Mai 2013

Ein Pool ohne Wasser, ein hilfsbereiter Nachbar mit Trecker und ein Tag am Meer ohne Flugzeug

Im Mai 2013 sind Andre und Carlo zum ersten Mal von Bremen über Nizza ins Piemont gereist. Die neue Verbindung ist für uns Hanseaten natürlich wesentlich bequemer als die bisher genutzte Route Hannover – Mailand und hinsichtlich der Reststrecke auch viel attraktiver. Leider ist die Verbindung nur im Sommerflugplan vorgesehen. Nach der Landung am Donnerstag Abend in Nizza haben wir uns auf den schnellsten Weg in Richtung Italien begeben und im Hafen von Imperia unsere Ankunft mit zwei riesigen Portionen Pasta gefeiert. Die restlichen Kilometer nach Castellino Tanaro waren dann ein Klacks und am nächsten Morgen weckte uns das vertraute Rauschen des Flusses und eine strahlende Sonne. Der Himmel war wolkenlos und wir konnten in kurzen Hosen von der Terrasse aus den Blick auf die schneebedeckten Gipfel der Seeaplen genießen. Viel Zeit zum „bella vista“ machen war leider nicht, denn natürlich braucht ein Ferienhaus in Italien einen Pool und so machten wir uns pünktlich um acht ans Werk in dem von unseren italienischen Helfern vorbereitetem Krater ein Schwimmbad zu errichten.
Joachim und Susanne, die ein paar Tage zuvor das gesamte Material über die Alpen und vorbei an den schweizer Zöllnern ins Piemont gefahren hatten, freuten sich selbstverständlich riesig von nun an jeden Morgen vom Rattern der Mischmaschine anstatt vom Rauschen des Tanaro geweckt zu werden. Manchmal müssen für die Familie halt Opfer gebracht werden.

Der erste Arbeitstag verlief recht erfolgreich, die Maisonne verpasste uns schon nach ein paar Stunden eine ansehnliche Bräune und die Fortschritte am Poolbau wurden abends beim Salvetti in Paroldo gebührlich gefeiert. Neben der zehn-Gänge Materialschlacht, die uns alle glücklich und äußerst gesättigt zurückließ haben wir an diesem Abend auch mal wieder eine ausgezeichnete Weinauswahl getroffen: Nebbioli von Vietti und Elio Altare sowie ein Barbaresco von Prunotto – mehr geht kaum.
Wenn es auch manchmal harte Arbeit ist, an solchen Abenden wissen wir wieder ganz genau warum wir nur im Piemont sein wollen und nirgendwo anders!
Der folgende Samstag begann wieder früh, das Wetter war toll und so ging die Arbeit im Garten leicht von der Hand. Bis sich die Stadtwerke dazu entschieden uns für den Rest des Nachmittags eine Zwangspause zu verordnen, indem sie in ganz Castellino das Wasser abdrehten. Zum Glück lief es abends wieder aber unser minutiös getakteter Zeitplan war gründlich durcheinander geraten. Und als uns dann zu allem Überfluss in der Pizzeria mitgeteilt wurde, dass es heute Abend wohl keinen Platz mehr für uns geben wird fingen die Alarmglocken an zu läuten!
Kurzentschlossen wurde ein Tisch in der Osteria della Chiocciola in Cuneo reserviert und spätestens als das mit Sicherheit weltbeste Panna Cotta an unserem Tisch anlandete waren die Strapazen des Tages vergessen und alles wieder in bester Ordnung.

Um dem Baulärm und den fragenden Blicken seiner Partnerin zu entgehen hat Joachim einige schöne Motorradtouren durchs Südpiemont unternommen. Insbesondere die Tour ins Valle Stura di Demonte soll landschaftlich und fahrerisch sehr attraktiv gewesen sein. Hier die Links zu den Google Maps Ansichten seiner Touren im Piemont.

Motorradtour Piemont – Castellino Tanaro – Cuneo – Valle Stura di Demonte
Motorradtour Piemont – Castellino Tanaro – Niella Belbo – Monesiglio – Cortemilia – Ceva
Motorradtour Piemont – Castellino Tanaro – Borgo San Dalmazzo

Sonntagvormittag wurde dann kurz vor der Rückfahrt Richtung Mittelmeer der Pool doch noch fertig gestellt. Mitlerweile von einer schmucken Carrara Kies Umrandung eingefasst, erfreut sich unser Open Air Schwimmbad bei uns und insbesondere unseren kleinen Gästen großer Beliebtheit.

Die Abreise gestaltete sich dann noch etwas hakelig. Nach einem wunderbaren Strandnachmittag in Varigotti mit viel Sonne, Vino bianco und Fritto misto erwieß sich der Verkehr vor Nizza als zu zäh um den Flieger zurück nach Bremen pünktlich zu erreichen und so musste am Folgetag auf die bewährte Strecke Mailand – Hannover zurückgegriffen werden. Kann ja nicht immer alles nur dolce vita sein…