Reisebericht Piemont Oktober 2016

Piemont Oktober 2016 – Wandertouren ins Valle Tanaro und zum Monviso

Nachdem die Sommergäste das Casa al Tanaro verlassen haben, ist es für die Bauherren an der Zeit nach dem Rechten zu schauen und hier und da selber Hand anzulegen: Geplant waren einige Verschönerungsarbeiten am Haus und auf dem Gelände sowie die neue Ferienwohnung ausstattungsmäßig zu ergänzen. Da wir ja bekanntermaßen auch den kulinarischen Genüssen der Region sehr zugetan sind, durften neben unserer Lista da fare (Italienisch für Anfänger: Hiermit ist unsere To-Do-Liste gemeint) kulinarische Entdeckungsreisen und Wandertouren inklusive typisch piemontesischer Köstlichkeiten nicht fehlen.
Gesegnet mit einer Direktverbindung von Berlin nach Turin machten wir – Maria und Carlo – uns am Freitag auf den kurzen Weg ins Südpiemont. Wie jedes Jahr im Herbst hatten wir in Castellino Tanaro mit circa 20° angenehme Temperaturen; insgesamt jedoch etwas kühler als in den letzten Jahren. Der tiefliegende Nebel, welcher für die Jahreszeit im Piemont typisch ist, sorgte mancherorts für die passende Herbstmelancholie. Größtenteils konnten wir jedoch strahlenden Sonnenschein genießen mit spektakulärem Blick auf die Cottischen Alpen. Unsere kulinarischen Entdeckungsreisen waren dieses Jahr zwar weniger inspirierend als sonst, aber nach unseren anstrengenden Alpintouren wollte ich kein Risiko eingehen (Hunger macht böse und hungrige Frauen erst recht) und somit sind wir beim Altbewährten in der näheren Umgebung des Casa´s geblieben.

Im Folgenden eine kurze Zusammenfassung unserer Aktivitäten im Südpiemont im Oktober 2016.

Valle Tanaro – Von Carnino durch die Chiusetta-Schlucht zum Rifugio Don Barbera

Unsere erste Tour führte uns in den hintersten Winkel des Valle Tanaro nach Carnino einem gottverlassenen Weiler auf ca. 1.400 m. Ein Bergdorf, welches durch seine Abgeschiedenheit, seine Natursteinhäuser und lediglich einem winzigen Parkplatz für Wanderer und Jäger sein ganz eigenen Charme aussprüht. Von hier aus ging es vorbei an Terrassenfeldern gefolgt von einem sportlichen Anstieg in die beeindruckende und wunderschöne Chiusetta-Schlucht. Wasserfälle, Bergweiden und Schäferhütten säumten den Weg. Auf 1.913 m passierten wir die kleine Kirche Sant’Erim bevor wir auf 2.070 m die Schutzhütte Don Barbera erreichten, welche zugleich der Wendepunkt der Tour war. Die Hütte war aufgrund der Jahreszeit leider nicht mehr bewirtschaftet, dennoch nutzten wir die Terrasse für eine Mittagspause und ein Nickerchen in der brennenden Herbstsonne. Dann machten wir uns auf demselben Weg an den Abstieg zurück nach Carnino.
Auf dem Rückfahrt durch das Valle Tanaro haben wir an der Kreuzung der SP154 mit der SS28 den Agaccio Specilità Alimentari entdeckt, einen wundervollen Tante-Emma-Laden voller lokaler Köstlichkeiten und großer Käse- und Wurst-Theke. Von den sonnengetrockneten Tomaten hätten wir lieber ein paar Kilo einpacken sollen, denn unsere haben kaum die Autofahrt überstanden;)
Insgesamt war es ein sehr lohnenswerter Ausflug. Zudem ist das Valle Tanaro vergleichsweise schnell erreichbar und landschaftlich sicherlich eines der reizvollsten Täler der Gegend.

Valle Po – Von der Quelle des Po zum Rifugio Quintino Stella

Seit wir im Piemont unterwegs sind übt er eine große Faszination auf uns aus und jedes Mal wenn wir ihn am westlichen Horizont sehen, entlockt er uns einen Kommentar oder zumindest ein ehrfürchtiges Raunen – der Monviso.
Da Gipfelbesteigungen im Oktober nicht ratsam sind, wir uns dennoch zumindest mal einen ersten Eindruck von einer Monviso-Tour machen wollten, wanderten wir vom Pian del Re (2.020 m) an den Quellen des Po zum Rifugio Quintino Sella. Das Quintino Sella liegt auf 2.640 m und ist Ausgangspunkt für die Monviso-Gipfeltour.
Nach einer kleinen Herausforderung das Pian del Re mit dem sommerbereiften Mietwagen zu erreichen, starteten wir bei strahlendem Sonnenschein an dem Quellen des Po. Die uns kurz darauf entgegenkommenden Wanderer waren die einzigen zwei Menschen denen wird im Laufe der Tour begegnen sollten. Für den Rest des Tages hatten wir die Bergwelt unterhalb des Monviso-Gipfels, welcher die gesamte Tour über wie eine riesige Pyramide über uns thronte, für uns allein. Dies war insbesondere von Vorteil, als wir uns für ein splitterfasernacktes Bad im kristallklaren Wasser des Lago Fiorenza entschieden – herrlich erfrischend und die Sonne hatte noch so viel Kraft, dass sie uns in wenigen Momenten trocknete. Den weiteren Weg legten wir auf Schneeschuhen zurück. Am Lago Chiaretto machten wir eine Mittagspause und bestaunten die Gedenksteine, die an die am Monviso gescheiterten Bergsteiger erinnern. Der weitere Weg entlang des Giro del Viso, welcher durch eine breite Moräne hin zu dem Rifugio Quntino Sella und den Lago Grande di Viso führt, erwies sich aufgrund des vielen und tiefen Schnees als sehr herausfordernd und anstrengend. Mit Blick auf die Uhr entschieden wir uns kurz vor unserem Ziel für die Umkehr. Als wir dann gegen 17 Uhr erschöpft und überglücklich zurück am Auto waren, hatten wir die Enttäuschung -das Ziel nicht ganz erreicht zu haben – bereits vergessen und waren uns sicher: Wir kommen wieder!

Die Quellen des Belbo – Von Montezemolo in den Riserva delle Sorgenti del Belbo

Zum Abschluss der Woche haben wir uns bei recht trübem Herbstwetter für einen entspannten Waldspaziergang zu den Quellen des Belbo entschieden. Vom Besucherzentrum des Naturschutzgebietes der Belbo-Quellen in Montezemolo (ca. 30min vom Haus entfernt) geht es in leichtem Auf und Ab durch ein meist bewaldetes Naturschutzgebiet mit schönen Ausblicken auf die Hügellandschaft. Das letzte Stück des Rundweges führt entlang der SP66 vorbei an der Kirche San Benedetto und der Burg von Montezemolo. Aufgrund der etwas lückenhaften Ausschilderung haben wir für die 15 Kilometer-Tour knapp fünf Stunden benötigt. Auch wenn die Tour im Vergleich zu unseren anderen Wanderrouten nichts Spektakuläres bot, war es doch ein schöner Spaziergang durch eine Langhe-typische Hügelgegend, die auch für Wander-Anfänger sehr gut geeignet ist.

Weitere Ausflüge im Südpiemont

Alba – Fiera internazionale Tartufo Bianco d’Alba

Pflichtprogramm für Gourmets und beliebtes Touristenziel im Herbst ist die internationale Messe des weißen Alba-Trüffels. Jährlich findet von Anfang Oktober bis Ende November diese Feinkostmesse in der Altstadt von Alba statt. Hier dreht sich alles um den berühmten, mystifizierten weißen Alba-Trüffel. Zudem wird ein buntes Rahmenprogramm für die ganze Familie geboten und weitere Spezialitäten der Region können verkostet und erworben werden.

Entlang der Riviera di Ponente bis Taggia

Echtes Strandwetter hatte der Oktober dieses Jahr leider nicht mehr zu bieten. Trotzdem sollte in unserer Woche ein Ausflug an die Ligurische Riviera nicht fehlen und so suchten wir uns neben Noli für einen Mittagsstop auch Albenga für einen Kaffee aus. Nolis enge Altstadtgassen und die durchaus sehenswerte Fußgängerzone von Albenga sind auch zu dieser Jahreszeit lohnenswerte Ausflugsziele. Wendepunkt des Ausfluges sollte Taggia sein, der Herkunftsort der berühmten Taggiasca Oliven. Auf den ersten Blick hat der Ort nicht viel zu bieten, die gegen Nachmittag hochfrequentierten Kaffees an der Piazza degli Eroi Taggesi luden dann aber doch zum Verweilen ein. Trotz des weltweiten Ruhmes der kulinarischen Spezialität des Ortes fanden wir leider nur wenige Hinweise auf die Olivenkultur in Taggia. Zu guter Letzt stießen wir dann aber auf das Geschäft Boeri, welches vielfältige Produkte aus der Taggiasca Olive anbietet, die auch vor Ort verkostet werden können. Zur Auswahl stehen sowohl halb Liter Flaschen Premium-Öl als auch Alltags-Öl zum selber Abfüllen und diverse Spezialitäten wie Pesto (welches wirklich hervorragend ist!) und Olivenpaste.
Mit ein wenig mehr Zeit und Vorbereitung hätten wir sicherlich noch mehr aus diesem Ausflug rausholen können, doch auch so ist die Tour entlang der Riviera di Ponente ein lohnenswerter Ausflug gewesen.

Mondoví – die Neuentdeckung der Tour

Neben Ceva ist Mondoví von Castellino Tanaro aus die nächst größere Ortschaft und in ca. 30min vom Haus aus zu erreichen. Mondoví besteht aus den zwei Stadtteilen: Breo, die Unterstadt, und Mondoví Piazza, die Oberstadt. Während die Piazza nichts Spektakuläres zu bieten hat, hat es uns die vor einiger Zeit neu gestaltete Fußgängerzone in der Via Sant’Agostino regelrecht angetan. Cafés und Bars laden dazu ein das Ende der Mittagspause bei Aperitivo und Stuzzichini abzuwarten. Schicke Boutiquen bieten eine willkommene Abwechslung zu dem Modehaus-Einerlei deutscher Großstädte. Wir haben Mondoví mit dem Gefühl verlassen, dass es hier noch viel zu entdecken gibt und wir das sympathische Städtchen in der Vergangenheit unberechtigterweise zu stiefmütterlich behandelt haben.

Was am Haus passiert ist und die Planungen für 2017

  • Im Juni 2016 ist das neue Apartment in Hausteil 2 ist in die Vermietung gegangen
  • Im Januar 2017 erhält das Apartment in Hausteil 1 einen Kamin
  • Im Frühjahr wird der Hausteil 2 endlich einen Außenanstrich bekommen
  • Und auf der Nordseite des Hauses entsteht ein neuer Garten mit direktem Zugang zum Fluss
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